Willst du mich etwa verändern?

 

 

Willst du mich etwa verändern? – Diese Frage wirft der eine dem anderen entgegen – Völlig empört darüber!

Die Antwort, die dann folgt ist natürlich `NEIN`.

Warum?

Weil ich den anderen Menschen natürlich so liebe, wie er ist und jede Veränderung gefährlich ist für die Beziehung. Und was bin ich für ein Menschen, wenn ich meinem Partner Raum und Möglichkeiten anbiete seinen Horizont zu erweitern?!

Genauso verhält es sich anders herum.. `Du bist so anders geworden… So kenne ich dich garnicht!` Diese Sätze sind in der Regel nicht positiv gemeint, da eine Veränderung Angst erzeugen kann und das bisher gekannte und erprobte, für gut erklärte, in Frage stellt!

Nun ist aber das Lebende, das Lebendige in einem ständigen Wandel. Kein Tag gleicht dem anderen, kein Regentropfen fällt so wie schon ein anderer gefallen ist, jede Feuerwelle der Sonne ist einzigartig, jedes Blatt hat seine individuelle Maserung… Alles erneuert sich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute… Jede Zelle eines jeden Lebewesens erneuert sich ununterbrochen. Der menschliche Körper erneuert ALLE seine Zellen innerhalb einer bestimmten Zeit, in sieben Jahren hat der Körper alle Zellen mindestens einmal erneuert. 

Also warum haben wir solch eine Angst vor Veränderung? Wir wollen, dass immer alles so bleibt wie es ist.. auch wenn sich alles um uns herum verändert…

Die Beziehung ändert sich, da Kinder dazu kommen, die Jahre dazu kommen, berufliche Erfahrungen und und … dann ist es klar, dass sich auch das sexuelle Miteinander ändert, die gemeinsame Zeit oder die Art wie ich den anderen wahrnehme…

Was passiert dann, wenn einer den anderen etwas vorschlägt, sich zu `verändern´? Kann ich das auch als Einladung sehen, mich weiter zu entwickeln?

Könnte ich diese Einladung sehen, als Chance etwas neues an mir und meinem Partner zu entdecken? Als Chance eine neue Seite an mir und meiner Beziehung zu finden? Und nicht den Versuch einen fertigen, in Stein gemeizelten Menschen mit dem Stahlrohr zu verändern?

Wenn ich mich als fertig empfinde, als unveränderlich, in Stein gemeizelt, nehme ich mir die Möglichkeit neues zu entdecken und spannendes über mich selbst und den anderen zu erfahren.

Wenn ich noch nicht bereit bin für eine Veränderung, ist es meine freie eigene Wahl, wie ich mit einem solchen Vorschlag umgehe.

Sätze wie `könntest du nicht ein bisschen so sein..´ oder `Willst du nicht auch mal dieses oder jenes tun..´ können natürlich direkt ins Herz treffen, doch es liegt an mir selbst, wie ich damit umgehe.

Ich kann sie als Kränkung erleben, da ich dann das Gefühl habe, so wie ich bin, ist es nicht in Ordnung… Oder, als Druck, wenn ich nicht so bin, verlässt mein Partner mich. Oder, als Inspiration, als Einladung neues an mir zu entdecken.

Egal wie du reagierst – DU reagierst, Du fühlst, Du denkst! Es ist NICHT dein Gegenüber! Dein Gegenüber möchte dir in der Regel helfen, meistens garnicht verletzen oder ärgern.

Wie auch immer du das nun siehst, aufgefallen ist mir, viele unserer Artgenossen (und ich kann mich da auch nicht raus nehmen) können immer wieder an sich entdecken, dass in gewissen Situationen, wie zum Beispiel ´kannst du nicht ordentlicher sein..´ oder `sei doch nicht so genau..´ oder oder .. sich die Nackenhaare sträuben. Ich sträube mich gegen diese Aufforderungen und fühle mich angegriffen, gekrängt oder zweifle an mir. Eine solche Aufforderung erbaut Mauern und es wird dann oft über alles andere dikutiert, als über den Inhalt der Aufforderung.

Warum macht es Angst, sich diese Aufforderung mal anzusehen? Könnte es vielleicht Angst sein, sich das anders sein zu erlauben? Mal ordentlicher zu sein, oder mal nicht so genau zu sein… Oder woher kommt diese Abneigung dagegen?

Ich finde diese Fragen höchst spannend und im Anbetracht, dass Leben Veränderung ist, könnten wir solche Aufforderungen auch als einen Test sehen, uns selbst zu überprüfen `will ich wirklich so sein´ oder möchte ich heute auch mal anders sein.

Ja, es gibt zweifellos unpassende Äußerungen und Aufforderungen mal anders zu sein – vor allem das `mal´ – aber dann bitte nicht mehr?

Doch wenn ich mal in mich sehe und den Spuren meines Verhaltens folge und ergründe, warum ich manches so ablehne, dann kann ich vielleicht beginnen, solche Aufforderungen als Ideen oder Inspirationen zu nehmen.

Ich würde annehmen, dass es spannend werden kann!

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Freude und Entdeckergeist für dich selbst!

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