Sex sells

 

 

Als die Medien diesen neuen Verkaufshit entdeckten, haben sie ganz viel bewegt. Unsere Gesellschaft wurde offener und nackte Haut wurde zum Alltag. Von dem einen Extrem ins andere.

So sind wir von einer verklemmten Gesellschaft zu einer abgestumpften geworden. Und doch frage ich mich, warum es immer noch soviele sexuelle Probleme gibt, wenn wir doch alle so offen sind.

Durch die Sexualisierung der Medien hat sich eigentlich nur eines geändert – der Druck.

Wir sind von einer `heimlichen, im dunklen Kämmerlein´ – Sexualität in eine `auf der großen Leinwand´ – Sexualität gerutscht. Und was wird uns da präsentiert?

Der Pornosex.

Der heutige Leitfaden für guten Sex ist der vom Bildschirm, der Pornosex. Es ist immer das gleiche, jeder kennt den Sex aus dem Flimmerkasten und so muss es laufen damit alle glücklich sind. Blümchensex ist out – Porno in.

Das wird uns zumindest verkauft, als ständen wir nicht schon genug unter Druck, dem Partner zu gefallen. Da kommt nun auch noch das Skript für `so mache ich es richtig´ da sind natürlich Probleme und Unzufriedenheit vorprogrammiert.

Warum?

Könnte doch so einfach sein, wenn sich jeder an das Skript hält, sind doch alle glücklich, oder nicht?

Offensichtlich nicht, anscheinend gibt es Menschen, die mit der Art des Pornosexs nicht glücklich sind.

Das liegt dummerweise wieder an unserer wunderbaren Individualität! In der Sexologie wird sogar in fünf unterschiedliche Erregungsmodi unterschieden, die in der Praxis natürlich fließende Übergänge haben oder verschiedene Anteile von unterschiedlichen Erregungsmodi.

Nur mal zur Übersicht, es gibt den Archaischen, Mechanischen, Ondulierenden, Vibrations und Wellenförmigen Modus!

Das bedeutet, jeder Mensch hat einen ganz individuellen Erregungsmodus. Ein Programm, dass ihn oder sie anmacht und den er oder sie in erregende Zustände versetzt. Mit diesem Wissen, sollte uns verständlich sein, dass es sicher Menschen gibt, für die der Pornosex absolut erregend ist, andere die sich ganz gut damit amüsieren können, aber andere, die überhaupt nichts damit anfangen können, da es sie nicht erregt.

Nun ist der Pornosex allerdings eine bestimmende Größe in unserer sexuellen Gesellschaft. Stellen wir uns einen Menschen vor, den sanfte fließende Bewegungen stimulieren. Wie mag es sich für diesen Menschen anfühlen, wenn der/die Partner/in versucht ihn mechanisch, wie im Porno, zu stimulieren?

Da du vielleicht auch mal ein Erlebnis hattest, wo es nicht so recht mit dem Partner im Bett passte, kannst du dir das vielleicht vorstellen..

Was macht das jetzt mit dem Menschen?

Manche würden sagen, darüber muss man sprechen.. aber worüber? Das mir das nicht gefällt? Das mir das, was allgemein gültig ist nicht gefällt? Das erfordert Mut und setzt vorraus, dass ich selbst weiß, warum es mir nicht gefällt! Und zwar, dass ich weiß, was mir gefällt! Und daran scheitern manche schon. 

Wie sollte ich auch nicht daran scheitern… mir hat früher keiner erklärt, dass es verschiedene Arten der Erregung gibt und dass ich an mir selbst üben und ausprobieren sollte, damit ich durch möglichst verschiedene Stimulationen erregt werde, damit ich später eine aufregende Sexualität haben kann…

Also was macht unser sanfter Mensch? Er zweifelt an sich, fühlt sich falsch oder kaputt. Er funktioniert nicht so wie er müsste… und das macht Stress und Druck! Denn die im Porno haben auch immer alle Spaß!

So kommt dann eins zum anderen und sexuelle Funktionsstörungen können daraus resultieren.

Lass es nicht soweit kommen. Probier dich aus, probier mal neues aus.. zum Beispiel Bewegungen, oder andere als bisher, achte auf deinen Atem… und probiere es vor allem mit dir alleine! Finde heraus was dich anmacht!

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